von Andrea Silberhorn & Mirjam Seibold
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2. April 2025
Von April 2022 bis Dezember 2024 fand im Rahmen des Bundesprogramms Gesellschaftlicher Zusammenhalt (BGZ) das Projekt „Frauen lernen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen in München kennen“ statt – ein Projekt, das nicht nur Wissen vermittelt hat, sondern vor allem ein echtes Miteinander geschaffen hat. Die Teilnehmerinnen – Mütter aus Syrien, Somalia, Ägypten, Irak, Marokko, Eritrea und Afghanistan – besuchten größtenteils Integrations- oder Alphabetisierungskurse. Sie wollten ihre Sprachkenntnisse vertiefen und ihre Kinder bestmöglich auf ihrem Bildungsweg begleiten. Und wir hatten das Privileg, diese Reise gemeinsam zu gehen. Es waren drei Jahre voller gemeinsamer Momente, die uns näher zusammenbrachten: lachend, diskutierend, zuhörend und voneinander lernend. In einfacher Sprache, praxisnah und mit viel Herz vermittelten wir Wissen über das deutsche Bildungssystem, Erziehung und Kinderrechte. Ausflüge führten uns zu Schulen und Kindergärten, die Feste, die wir gemeinsam feierten, waren nicht nur eine schöne Gelegenheit, sondern brachten uns näher zusammen und waren eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, Gemeinschaft zu erleben. Während die Kinder spielten, konnten die Frauen sich ganz auf das Lernen und den Austausch konzentrieren. Zusätzlich sprachen wir über Themen wie Medienpädagogik und die Förderung der Sprachentwicklung ihrer Kinder. Wir diskutierten, wie man als Eltern in Deutschland mit den Erwartungen des Bildungssystems umgehen kann und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. Auch die rechtlichen Aspekte wie Sorgerecht und Kinderrechte waren ein wichtiges Thema. Besonders wertvoll war der Austausch zu kostenfreien Freizeitmöglichkeiten in München und der Aufbau von sozialen Netzwerken. Die Frauen konnten durch diese Themen nicht nur ihre eigenen Kompetenzen erweitern, sondern auch ihre Kinder auf ihrem Bildungsweg noch besser unterstützen. Aber das Projekt hat mehr bewirkt, als nur Wissen zu vermitteln. Es hat uns geholfen, Vertrauen zu schaffen, neue Perspektiven zu entwickeln und ein starkes Netzwerk von Frauen zu bilden, die sich gegenseitig unterstützen. Viele Frauen setzen ihren Weg in Frauengruppen fort und nutzen ihr neues Wissen im Alltag. Sie haben nicht nur ihre Sprachkenntnisse erweitert, sondern auch ein tieferes Verständnis für die Bildungs- und Erziehungssysteme in Deutschland entwickelt und gehen mit einer größeren Selbstsicherheit aus dieser Zeit heraus. Ihr Engagement zeigt, dass Bildung in der Familie beginnt – und jeder Schritt zählt. Diese drei Jahre haben gezeigt, wie viel Veränderung, Wachstum und Hoffnung in einem Projekt stecken können. Es war eine Reise der Entfaltung, des Lernens und der gegenseitigen Inspiration. Wir sind dankbar für diese wertvolle Zeit, die vielen herzlichen Momente und die positive Energie, die jede einzelne Frau in dieses Projekt mitgebracht hat.